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Jupp Sauerborn         

1955




Der folgende Artikel stand in November 1988 im Bonner General-Anzeiger:















Bonner Radsport-Idol Jupp Sauerborn wird heute 70

Niemand,der ihn irgendwo in der Umgebung Bonns auf seinem Rennrad sieht, würde es glauben: Jupp Sauerborn, Bonner Radsport-Heros der Nachkriegszeit, wird heute 70 Jahre alt. Immer noch spult er Woche für Woche - selbst eine schwere Hüftgelenksoperation im Frühjahr konnte seinen Tatendrang nicht stoppen - so seine 250 bis 300 Kilometer auf der Rennmaschine herunter. Allerdings "nicht mehr so schnell wie früher", wie er selbst schmunzelnd bemerkt.

Dieses "Früher" lag in Sauerborns Lehrzeit als Konditor. Seine Freunde Fritz Domgörgen und Heinrich Bowinkelmann weckten das Interesse am Radsport, Konsequenz waren die Mitgliedschaft beim Bonner Radsportverein und erste Rennen in der Jugendklasse. Da er als Konditor zu wenig Zeit zum Training hatte, ließ Sauerborn sich zum Fahrradmechaniker ausbilden. Mit 18 Jahren feierte er bereits erste Erfolge in der A/B-Klasse, doch der Arbeitsdienst und dann die Wehrmacht machten ihm einen dicken Strich durch die hoffnungsvolle Karriere-Rechnung.

Und als in Deutschland nach Kriegsende wieder die ersten Rennen gefahren wurden, saß der Ippendorfer irgendwo zwischen Kairo und Alexandria in Ägypten in einem Kriegsgefangenenlager. Die Amerikaner hatten den Fallschirmjäger bei Monte Cassino "einkassiert".

Aber nach seiner Rückkehr 1947 ging es dann so richtig los mit dem Radsport. Der 30jährige gewann einige schwere Amateurrennen, wurde in der Jahres-Bestenliste 1948 Vierter und 1949 Sechster, gewann 1948 vor 20000 Zuschauern "Rund um Bonn" und startete bei der Deutschen Straßenmeisterschaft 1949 als einer der Favoriten. Noch heute lacht er bei der Begründung, warum er nur 15. wurde: "Ich hatte am Vorabend zu viel Rotwein und Bier getrunken."

Dennoch, bei "Rund um Köln" 1950 kam dann das Angebot der Firma Bauer, in ihrem Rennstall Profi zu werden. Jupp Sauerborn griff sofort zu: "Ich hatte schließlich drei Kinder zu ernähren." Für den Berufsfahrer aber blieben die großen Siege aus, denn mit dem späteren Straßen-Weltmeister Heinz Müller und den Gebrüdern Ludwig und Hans Hörmann standen starke Fahrer in der Mannschaft, für die Sauerborn als "Wasserträger" arbeitete. Dennoch erzählt er gerne noch von den Deutschland-Rundfahrten oder den Etappenrennen in Luxemburg und Süditalien und von den großen Fahrern jener Zeit.

Das Ende der Karriere kam für den dann 36jährigen in Rhede. Bei einem Nachtrennen lief ihm ein Zuschauer ins Rad, ein Schädelbasisbruch nach einem bösen Sturz war die Folge.

Doch auch für "die Zeit danach" hatte Sauerborn vorgesorgt. Ein Fahrradladen, den er erst in diesem Frühjahr aufgab, sicherte die bürgerliche Existenz. Und für die Zukunft versichert der Jubilar: "Der Rentner wird auch weiterhin auf dem Rad sitzen."